Das Histogramm

Damit du gut mit der Tonwertkorrektur arbeiten kannst, musst du zuerst das Histogramm verstehen:

Die Aufgabe des Histogramms besteht darin, Helligkeitswerte in einem Bild grafisch darzustellen. Das Histogramm besteht aus einzelnen Balken, die jeweils ein Pixel breit sind. Jeder Balken steht dabei für einen Helligkeitswert im Bild. Die Skala reicht von 0 (schwarz) bis 255 (weiß). Eine zweite Einteilung ist die Richtung im Histogramm: der linke Bereich sind die Tiefen, der rechte Bereich die Lichter und der Mittelteil sind die Mitten.

Ohne das Bild zu sehen, dass zu diesem Histogramm gehört kann man feststellen: Das Bild ist relativ ausgewogen belichtet worden, vielleicht ein bischen zu dunkel in den Mitten und es gibt irgendwo ein paar helle Stellen die überbelichtet sind (siehe der Ausreißer ganz rechts auf der Skala).

Bilder mit der Tonwertkorrektur bearbeiten

1. Bild in Photoshop aufrufen

Bild herunterladen Größe 154 kb, JPG

2. Tonwertkorrektur aufrufen

Am Besten über eine Einstellungsebene, damit du nicht direkt das Bild bearbeitest.
Ansonsten ist es auch über Bild Korrekturen Tonwertkorrektur möglich.

3. Analyse

Warum ist das Bild so blass? An dem Tag war die Atmosphäre sehr dunstig und durch die hohe Brennweite von 220 mm wird der Effekt noch verstärkt. Das Histogramm gibt mir ebenfalls den Hinweis, dass hier die Tiefe und die Lichter fehlen. Spätestens ab hier sollte dir klar sein, dass man mit der Korrektur kein farbprächtiges Herbstbild zaubern kann. Dazu hätte ich einfach an einem anderem Tag fotografieren müssen.

4. Korrektur

Trotzdem ist hier noch ein bisschen was zu holen. Dazu schiebst du einfach die Dreiecke unter dem Histogramm so weit zusammen, bis das Bild weniger flau wird. Sobald du mit dem Dreieck auf die vorhandenen Tonwerte stößt, solltest du vorsichtig sein, da ab hier Tonwerte “gefressen” werden.

Pro Kanal

Wenn du nicht nur die Kontraste, sondern gleich den Farbstich mit korrigieren möchtest, dann passt du die Dreiecke pro Kanal an. Dazu einfach das Dropdown aufmachen und nacheinander die Kanäle korrigieren.

5. Kombination

Die Tonwertkorrektur ist nur eines von vielen Werkzeugen und wie du es benutzt bleibt dir überlassen. In dem Beispiel hier habe ich die Lichter noch ein bisschen weiter rangezogen, damit der Himmel leicht überstrahlt. Ein Warmfilter sorgt für etwas herbstlichere Farben.

Weitere Einstellungen

Automatische Tonwertkorrektur

Mit einem Klick auf Auto wird das Bild auf der Grundlage eines Algorythmus verbessert. Über Einstellungen  Auto-Optionen kannst du zwischen den jeweiligen Algorithmen wechseln. Für das wegzaubern von Farbstichen eignet sich Dunkle und helle Farben suchen am Besten. Vergiss nicht den Haken bei  Als Standard speichern anzuklicken, wenn der Auto-Knopf das in Zukunft immer tun soll.

Clipping

Ich schrob vorhin schon von “gefressenen” Tonwerten. Jedes mal, wenn du ein Dreieck über bereits vorhandene Tonwerte ziehst, werden diese übersteuert. Die Tonwerte “clippen”, sind also abgeschnitten. Du kannst das vorsichtig als gestalterisches Mittel einsetzen – wenn du zu viel abschneidest sieht das Bild seltsam aus!

Um eine Vorschau zu erhalten, wann und wo die Tonwerte clippen drückst du die ALT Taste auf deiner Tastatur, während du ein Dreieck ziehst. Das geht natürlich nur mit dem Dreieck der Tiefen und Lichter, der Mittenregler kann nicht Clippen.

Die angezeigten Farben zeigen die Intensität mit der die jeweiligen Pixel übersteuern. Im Idealfall sollte also gar nichts clippen, denn dann säuft der Bildteil in schwarz oder weiß ab. Wenn das für die Gestaltung wichtig ist, dann hab ich nichts gesagt!

Pipetten

Gleich neben dem Histogramm siehst du drei Pipetten, die eine sehr schnelle Tonwertkorrektur erlauben: Wenn du die schwarze Pipette anklickst, kannst du danach einen Punkt im Bild auswählen, der für dich rein-schwarz sein sollte. Das gleiche machst du dann mit der weißen Pipette. Das Bild sollte jetzt ideal korrigiert sein. Am Besten funktioniert das Ganze, wenn eine Graukarte im Bild verwendet wurde.

Tonwertumfang

Die Skala für den Tonwertumfang legt fest, was der schwärzeste und weißeste Punkt im Bild sein darf. Du kannst hiermit zum Beispiel ohnehin sehr dunkle Bereiche aufhellen. Das ist allerdings eine sehr harte Methode, die eigentlich nur mit einer Ebenenmaske Sinn ergibt.

Wenn Tonwertkorrektur nicht mehr reicht - RAW

Die Tonwertkorrektur ist nur eine kleine Anpassung von vielen, manchmal auch nur der letzte Schliff. Natürlich kannst du mit der Tonwertkorrektur auch ein Bild aufhellen und Kontraste verstärken, solange die Informationen noch im Bild vorhanden sind. Beim aufhellen von dunklen Stellen wird es auf jeden Fall mehr Rauschen. Für mehr Spielraum bei der Anpassung empfehle ich immer wieder das RAW Format:

Ursachen flauer Bilder

Manchmal kannst du nichts dafür, aber es gibt auch einige Fehler, die zu flauen Bildern führen. Im Artikel zu den Bildstörungen kannst du dazu weiter lesen.

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